Nach einer knappen Woche ist es mal an der Zeit sich bei Euch zu melden um meinen Tagesablauf und meine Erlebnisse zu schildern. Ich wohne (noch) in meinem Projekt, ein Heim für Jungs aus der Straße: "Casa Hogar Manos Amigas" (Heim der Freundeshände)
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| Von Elena Tuxtla |
Ich habe ein Zimmer, das einer Zelle gleicht. Mit einem stählernem Hochbett und ein Regal. Aber ich fühle mich wohl darin. Außerdem darf man nicht vergessen, dass mir viele Armeisen, Kakerlaken und Moskitos Gesellschaft leisten.... ;-)
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| Von Elena Tuxtla |
Mein ständiger Begleiter ist mein Schlüssel, da sonst die Jungs vielleicht den Impuls verspüren würden einzubrechen und was zu klauen. Momentan leben 25 Jungs im alter von 6 bis 37 hier. Der 37- jährige zählt aber zu den 10-jährigen, da er geistig Behindert ist. Darüber schreibe ich später ausführlicher, aber manch einer von ihnen wäre heilfroh, wenn er auch nur so ein Dach über dem Kopf hätte:
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| Von Elena Tuxtla |
Außerdem wohnt der "Padre", der Vater= Priester hier. Ja, das ganze hier hat einen katholischen Anstrich! Aber es gib toffensichtlichkeine staatlichen Stellen und nur die Kirche kümmert sich hier um dise Kinder. Über den Tag ist der Padre häufig weg. Er gibt Messen oder besucht andere Waisenhäuser. Dann gibt es noch eine Köchin die tagsüber da ist und Lupita eine Frau die das ganze organisiert.
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| Von Elena Tuxtla |
Abends bin ich mit den Kids aber alleine(!) Und wäre ich nicht da, wären sie ganz alleine. Das klappt aber nur, weil sie nach dem Motto Arbeit, Disziplin und Gebet leben (müssen). Was nicht heißt, das es "brave Kirchengänger" sind.
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| Von Elena Tuxtla |
Nein, ganz und gar nicht. Bisweilen sind sie reine "Monster", die sich so oft es nur geht verprügeln.
Meine Toleranzgrenze hat sich deutlich verschoben. Jetzt schreite ich nur noch ein, wenn sie mit Eisenstangen, Macheten oder Stühlen aufeinander losgehen. Der Rest gehört zum Alltag und wird sich nicht ändern, nur weil eine "Alemana" andere Ansichten von einem harmonischen Miteinander hat. Man muss bedenken, dass die Jungs von der Straße kommen und dort ganz andere Sitten herrschen als im Haus.
Zum Tagesablauf:
Um 6.30 wird aufgestanden, Gebetet und anschließend gefrühstückt. Danach gehen sie bis um 14 Uhr in die Schule. Nach der Ankunft im Casa Hogar müssen sie ihre Uniform waschen und beten. Es wird gegessen und danach muss jeder einen strikten Arbeitsplan einhalten. Alles wird geputzt gefegt oder gereinigt. Haben sie das erledigt müssen sie Hausaufgaben machen und da komme ich ins Spiel - und merke wie lausig das Schulsystem dort ist. Neben der Hausaufgabenbetreuung " unterrichte" ich Englisch. an dem Unterricht nehmen je nach Laune 2 bis 5 Kinder teil. Danach haben sie Freizeit und ich spiele mit ihnen. Gegen 20 Uhr gibt es Abendessen und wie sollte es anders sein?- es wird davor gebetet. Danach mache ich weiter mit dem Englischunterricht. Meistens für die 18-20 jährigen. Ein Junge studiert Ingenieurswesen und ist im Stande gerade einmal 15 Vokabeln zu nennen.
Es macht aber Spaß ihnen mit Bildern, Liedern und Gestern Wörter beizubringen. Als ob es nicht genug mit dem beten sei wird gegen 21 Uhr noch ein Rosenkranz gebetet - und das eine halbe Stunde lang. Beim Rosenkranz wird gelaufen, stehen geblieben und dabei die Verse runter geredet. So versucht man wahrscheinlich den wilden Jungs etwas vom geregelten Leben und dem Anstand der Bibel beizubringen.
Das ganze funktioniert auch ohne den Padre. Es gibt einen klare Struktur, an die sie sich halten müssen. Da ich die erste und einzige Freiwillige bin habe ich noch keine klaren Funktionen/ Aufgaben. Ich mach das, was gemacht werden muss. Also kümmere ich mich um die Kids und versuche sie mit spielen davon abzuhalten, ihre Aggressionen gegenseitig abzuladen. Eigentlich finde ich das sehr gut, da ich die Freiheit habe mich in die Arbeit einzufinden. Anderseits ist es unglaublich anstrengend, einen solch großen Haufen alleine zu "unterhalten". Immerhin gibt es einen großen Altersunterschied und es ist nicht leicht mit allen gleichzeitig was zu unternehmen. Aber mit der Zeit werde ich das hoffentlich noch besser hin bekommen.
Man darf sich auch nicht zu viel aufladen. Immerhin wären sie, wenn ich nicht da wäre ganz allein, also ist das, was ich mache auch schon mal etwas...
Abends habe ich viel Zeit um über mich, die Kinder in Deutschland und das ganze System dort nachzudenken -und denke mit Sehnsucht an gewöhnliche Dinge wie zum Beispiel die Spühl- und Waschmaschine. Permanent (warmes) Wasser zu haben und vor allem die Sicherheit.Aber ich finde es , bis jetzt, auch ganz interessant so bescheiden zu leben. Mit dem Essen kann ich mich bis jetzt auch gut anfreunden. Es gibt:
Morgens: Bohnen mit Ei und Tortillas
Mittags: Bohnen mit Reis und Tortillas
Abends: Die Reste, etwas Gemüse und Tortillas.
nicht sehr abwechslungsreich aber mit Chilies immer gut essbar :-)
Aber am Wochenede, da leiste ich mir dann doch einen kleinen "Luxus"
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| Von Elena Tuxtla |
Und kaufe mir auf den Märkten immer leckere Früchte:
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| Von Elena Tuxtla |
So meine Zeit im Internetcafé lauft ab und die Kids kommen bald nach Hause. Bevor ich das erste Posting beende ist es mir ein Bedürfnis, allen zu danken, die mir ermöglicht haben, dieses Abenteuer einzugehen. Vor allem meiner Familie, denen es schwer fallen muss, die Kinder fast ununterbrochen in Abenteuer in fremde Länder zu entlassen, aber auch all den lieben Freunden und Bekannten, die durch ihre Spenden meinen Dienst in Mexiko finanziell unterstützt haben. Danke von Herzen!
Ich vermisse euch schon ein bisschen und hoffe Euch geht es allen gut.
Ihr werdet von mir regelmäßig was lesen/hören. Bis dahin muss ich noch viel erleben.
Liebste Grüße!
Elena






